Mythos Digitalisierung

Noch spektakulärer hätte Herr Holz wohl kaum starten können! Mit den Röntgenbildern seiner linken Hand eröffnete er seine Präsentation. In diesem Körperteil von ihm befindet sich nämlich neben Knochen und Sehnen auch ein kleiner Chip mit einer Länge von ca. 1 cm. Herr Holz ließ sich diesen auf einer Messe implantieren und verwendet ihn primär dazu seine Haustür ohne Schlüssel auf zu sperren. Aber auch Zahlungen in Form von Bitcoins wurden schon von seiner linken Hand aus einfach und schnell getätigt.

So stieg der Keynote-Speaker in seinen Vortrag ein. Die volle Aufmerksamkeit des Publikums war bei ihm. Doch der Vortrag nahm nicht an Spektakulärem ab. Wir tauchten immer weiter in die Welt der Digitalisierung ein. Den Begriff „Digitalisierung“ definiert Holz übrigens als den Prozess von Technologie in Informationstechnologie. Es ging im Vortrag um viele innovative Ideen und erfolgreiche Unternehmen aus Tirol. Ein Beispiel dafür ist die Firma „vizrt“, die für die intelligente Schaltung der unzähligen Werbeflächen am Times Square verantwortlich ist. Aber auch die Geschichte eines Ringschmieds aus der Sillgasse wurde erzählt, der mit Hilfe eines 3D-Druckers nun wieder konkurrenzfähig ist. Digitalisierung in Unternehmen ist also im großen, als auch im sehr kleinen Stil möglich.

Computional Thinking, die NSA, aber natürlich auch die Blockchain durften als wichtige Themen der heutigen Zeit auf keinem Fall fehlen. Vieles in seinem Vortrag regte wirklich zum Nachdenken an! Das große Wissen und die faszinierende Vortragweise mit einem gewissen trockenen Humor fesselte die Zuschauer! Was ich speziell aus der Keynote mitnehme ist, dass wir nicht warten können bis Gegner der Digitalisierung „tod sind“, wie es bei anderer Revolutionen der Fall ist. Diese Entwicklungen heute gehen viel schneller, weshalb es wichtig ist, die Menschen davon zu überzeugen, damit sie weiterhin handlungsfähig in unserer Welt sind. Um sich zu schützen, muss ein gewisses Wissen vorhanden sein. Jeder Programmierer baucht seine eigene Werthaltung in Entwicklungen ein, dass kann unter Umständen gefährlich sein. Um dem nicht machtlos ausgesetzt zu sein, muss man sich bilden. Holz nennt dies auch die Aufklärung 2.0!

Fest steht auch, dass sich viele Berufsfelder ändern werden: Bei 9 % aller Beschäftigten gibt es eine Digitalisierungswahrscheinlichkeit von 70 %! Fest steht auch, dass die Mitarbeiterzahlen seit dem Jahr 2000 sinken. Die früher sicher geglaubten Berufe wie Anwälte, könnten zu einem gewissen Teil auch von Smart Contracts ersetzt werden, die wieder die Technologie der Blockchain als Basis hat. Wie sollen wir unsere Jugendlichen darauf ausbilden? In Österreich sind wir in der glücklichen Situation viele Ausbildungsmöglichkeiten zu haben. Wir haben eine gute Differenzierung in der Mittelstufe wie die Lehre, die HAK und HAS, die HLW, die Tourismusschule und Vieles, Vieles mehr. Wir alle können aus dem Vortrag mitnehmen, dass wir keine Angst vor der Digitalisierung haben müssen, da Entwicklungen zu unserer Menschheitsgeschichte dazu gehören und wir uns dem nicht verwehren können. Das Problem ist, dass unser Steinzeitgehirn zum Teil noch nicht für dies bereit ist, weshalb es essentiell ist unsere Jugendlichen dahingehend zu bilden, aufzuklären und auszubilden.

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