Durchsichtiger Schädel

Machine Learning: dumme, intelligente Roboter

Ein Teil eines besonders beeindruckenden Vortrages auf dem eFuture-Day hat mich gefesselt. Gerfried Stocker (Ars Electronica Center Linz) hat erläutert, wie Maschinen lernen, wie sie Arbeitskräfte im täglichen Leben ersetzen und wie dumm sie gleichzeitig sind. Unsere Vorstellung, wie Roboter funktionieren und wie sie tatsächlich lernen, geht weit auseinander – diese Erkenntnis habe ich durch diesen Vortrag gewonnen.

Der Gedanke, dass PCs Arbeiten von Menschen immer weiter übernehmen werden, ist zurzeit allgegemnwärtig. Die Frage, die Gerfried Stocker in diesem Vortrag beantwortet hat ist, auf was wir die Heranwachsenden vorbereiten müssen. Was wird passieren, wenn Roboter uns das tägliche Leben erleichtern?

Aber jetzt nochmal zum Anfang. Wie lernt eine Maschine?

Naja, es ist eigenltich ein einfaches Prinzip: Menschen geben Daten in den Computer ein. Sie bearbeiten unzählige Bilder und weisen ihnen Kategorien zu, sodass der Computer später, wenn er genug Vergleichsdaten hat, automatisch neue Bilder einordnen kann. Die Maschine analysiert Linien, Muster, Strukturen, Kontraste usw. und erkennt somit, was ihr gelernt wurde. So wird eine Maschine richtig intelligent.

Das Problem dabei ist, dass zum Beispiel eine Maschine, die auf das Erkennen von Gesichtern spezialisiert wurde, auch in Landschaftsbildern Gesichter erkennen wird. Ein Computer, dem gelernt wurde, Wasser und Wellen zu erkennen, erkennt auch in sich bewegenden Tüchern Wellen. So dumm ist diese Maschine.

Jetzt stellen Sie sich einmal vor, wie selbstfahrende Autos die Umwelt erkennen. Ihnen wurde gelernt, Stoptafeln zu sehen – achteckige, rote Schilder mit dem Wort STOP darauf. Erkennt die Maschine ein Stopschild aber auch, wenn es mit einem Pickerl versehen wurde? Oder verwechselt es ein McDonalds-Schild mit einer Stoptafel?

Also: wie vielleicht schon deutlich wurde, so intelligent sind die Maschinen dann doch nicht. Sie haben sich auf einen Bereich spezialisiert und wo ihr Wissen dann aufhört, springt der Mensch ein. So wird Arbeit in Zukunft funktionieren.

Jobs, die heute eine umfangreiche Ausbildung verlangen, werden in Zukunft Maschinen erledigen. Unqualifizierte Arbeiten, die die Maschine nicht mehr erledigen kann, übernimmt dann die Person. Es erfolgt ein „deskilling“ und eigentlich werden wir zu den Robotern, die die Aufgaben von Computern erledigen.

Worauf müssen wir die Jugendlichen nun vorbereiten? Stocker bringt es auf den Punkt: Wir brauchen Menschen, die dieses Hintergrundsystem verstehen und verstehen, wie man es in den Unternehmen einsetzen und nutzen kann. Die Jugendlichen müssen lernen, die Möglichkeiten der Digitalisierung zu erkennen und diese einzusetzen. Es bringt nämlich nichts, alle zu Programmierern auszubilden – damit können die Jugendlichen keinen Erfolg haben.

Natürlich umfasste Gerfried Stockers Vortrag noch einiges mehr und ich kann nur empfehlen, ihn selbst einmal anzuhören. Das Video der Keynote wird in den nächsten Tagen auf der Website des eFuture Days veröffentlicht und kann dort angesehen werden.

Es war einer der beeindruckendsten Vorträge, die ich seit langem gesehen habe und ich bin fasziniert davon, wie Herr Stocker die Welt so anschaulich und verständlich erklärt hat.

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