Werkunterricht im 21. Jahrhundert

Diesen Titel trägt der Vortrag von Michael Fleischhacker. Schon gleich zu Beginn wird jeder bzw. jedem im Raum klar – der moderne Werkunterricht ist nicht mehr mit der klassischen Bastelstunde zu vergleichen. Durch die zunehmende Digitalisierung ist es wichtig, auch den Unterricht entsprechend anzupassen.  Hier stellt sich die Frage: Wie können Werken und Informatik verbunden werden? Die Antwort gibt Herr Fleischhacker.

Kurz zur Person: Wie auch auf seiner Website http://flippdenfleischhacker.at nachzulesen ist, ist Michael Fleischhacker gelernter Tischler. Seit einiger Zeit unterrichtet er aber an einer NMS in Wien – und wie sollte es anders sein – u. a. das Fach Werken. Seine Erfahrungen als Tischler kann er optimal im Unterricht einbauen – wie er uns bei seinem Vortrag beweist.

Fleischhackers Unterricht richtet sich speziell auf Skills, die im 21. Jahrhundert von Schülerinnen und Schülern gefordert werden: So müssen die Lernenden bei den Aufgaben Medienkompetenz, innovatives Denken, Kreativität aber vor allem auch technisches Verständnis beweisen.

Der Vortragende stellt uns einige seiner Werke vor, die er gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern umgesetzt hat:

KS2

Für die Entwicklung bekamen die Schülerinnen und Schüler einige Ziele, die sie umsetzten mussten:

  • Einen beweglichen Roboter erstellen, der sich über das Smartphone steuern lässt
  • Die Programmierung wird selbstständig gemeistert
  • Eine kreative Problemlösung für die Halterung bzw. Hülle
  • Nachhaltige Materialien sollen verwendet werden

Außerdem mussten die Schülerinnen und Schüler die Erstellung des KS2 festhalten. Mithilfe von Videos haben sie es für die Nachwelt dokumentiert.

Den Roboter, der Michael Fleischhacker uns nun präsentiert – einfach cool! Die Schülerinnen und Schüler haben alle Bedingungen absolut erfüllt. Sie haben ein Auto gebaut, das sich mittels Smartphone wunderbar steuern lässt.

Bilder dazu: http://flippdenfleischhacker.at/2017/09/13/werkunterricht-auf-dem-weg-in-die-gegenwart/

Riesenrad

Bildergebnis für wiener riesenrad
Wiener Riesenrad von: commons.wikimedia.org/wiki/File:Wiener_Riesenrad_DSC02378.JPG

Das Modell eines Riesenrades, das uns Herr Fleischhacker zeigt, hat er auch mit seinen Lernenden erstellt. Dafür mussten sie folgende Punkte erfüllen:

  • Ein 3D-Modell erstellen
  • Das Riesenrad muss beweglich sein
  • Wie auch beim KS2, muss die Halterung kreativ sein

Die Schülerinnen und Schüler erbauten also zuerst ein virtuelles Modell mithilfe von Minecraft, druckten die verschiedenen Teile mit dem 3D-Drucker und bauten die einzelnen Teile im Anschluss zusammen. Der nächste Schritt wird sein, das Rad größer zu bauen, mit einem Antriebsmotor auszustatten und die Wagons so anfertigen, dass sie sich mit dem Rad entsprechend mitdrehen.

Fühli

Der „Fühli“ ist wie ein digitales Kuscheltier. Die zu erfüllenden Bedingungen:

  • Verarbeitung mit textilen Materialien
  • Gefühle sollen mittels Computerchip zum Ausdruck gebracht werden
  • Das Design bzw. der Ausdruck soll kreativ umgesetzt werden

Der Fühli ähnelt optisch dem Stofftier „Sorgenfresser“, gleicht aber innerlich mehr einem Computer. Immerhin zeigt er auf Knopfdruck über den Chip ein lachendes oder weinendes Gesicht. Ein weiteres Feature: Schüttelt man den Fühli, zeigt er die Temperatur an.
Bilder davon gibt’s hier: http://flippdenfleischhacker.at/2018/04/12/fuehli/

 

Das war ein kurzer Einblick in seinen Unterricht und wie Fleischhacker die Digitalisierung umsetzt. Einen besonderen Mehrwert bietet der Unterricht allemal, denn die Schülerinnen und Schüler erhalten auf irgendwie spielerisch-leichte Weise Kenntnisse über Technik und einen Einblick, wie man programmiert. Außerdem werden technisches Verständnis und handwerkliche Geschicklichkeit kombiniert. Besonders wichtig finde ich, dass die Schülerinnen und Schüler auch kreativ sein müssen und somit die Motivation steigt.
Der Vortrag bezieht sich zwar auf das Unterrichtsfach Werken, ich bin aber der Meinung, dass die Beispiele in abgespeckter Form auch in unserem Unterrichtsfach Platz finden sollten.

Der Vortrag war sehr interessant und spannend, was sich am Ende im Applaus zeigt.

 

Umsetzung im Unterricht:

Als OMAI Lehrperson denke ich, dass man hier fächerübergreifend arbeiten kann. Hier kann der Werklehrer als Stütze in der Konstruktion dienen, der OMAI-Lehrer in der Programmierung. Ich kann mir auch vorstellen, dass das Ganze im Rahmen des Projektmanagements durchgeführt wird.

 

Weiterführende Links:

Den aufgezeichneten Video-Beitrag von den edudays 2018 gibt es hier.

Fleischhackers YouTube-Channel

Coding, Robotik und Making in der Schule. Auf der Seite von der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich findet man viele Beispiele, wie die Roboter im Unterricht eingebaut werden können. Dabei sind Übungen für den Microbit oder Ozobot gelistet.

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