Programmieren in der Schule – woran der Einsatz scheitert!

Nachdem ich sehr positiv über zwei Beiträge (Lernen mit System LMS und Adobe Spark) berichtet habe, möchte ich gerne über den Vortrag „Python als Erstsprache oder warum ich Python mag“ kurz sprechen.

Ich möchte gleich eingangs erwähnen, dass ich mich kritisch mit diesem Vortrag auseinandersetzen werde. Der Grund warum ich das mache ist nicht, um mich als Besserwisser zu „profilieren“, sondern vielmehr, weil mir das Thema „Coding bzw. Programmieren in der Schule“ sehr am Herzen liegt. Aber zunächst eines nach dem anderen.

Ausblick 2030

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Als ich das Programm der EDU|days 2018 studierte freute es mich zu sehen, dass mehr und mehr Vorträge sich dem Thema „Robotik“ und „Programmierung“ annehmen. Der Grund dafür ist, dass ich zutiefst davon überzeugt bin, dass die damit zusammenhängenden Fähigkeiten und Fertigkeiten, in den nächsten 10 bis 20 Jahren, beträchtlich nachgefragt werden.

Ziele für den Unterricht

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Es geht mir nicht darum aus allen Schüler_innen professionelle Programmierer_innen oder Robotertechniker_innen zu machen, sondern vielmehr rudimentäre Programmier- bzw. Roboterkenntnisse zu vermitteln. Verständnis und Nachvollziehbarkeit von einfachen Programmierlogiken reichen aus, um abstraktes und kognitives Denken in diesem Bereich zu entwickeln, was wiederum in die Lage versetzt ganz anders auf Problem- oder Funktionsanforderungen zu reagieren und entsprechende Lösungsvorschläge zu generieren.

Roboter sind heute in der Industrie und anderen Branchen nicht mehr wegzudenken und werden als nächstes den Privatbereich erobern.Bereits jetzt haben Roboter wie Staubsaugerroboter, Rasenmäherroboter, Fensterscheibenputzroboter etc. in manchen Haushalten Einzug gehalten und sie werden in der Zukunft mehr und mehr Hausarbeiten übernehmen. Aber ich schweife ab, zurück zum Vortrag.

Woran es scheitert …

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Der Vortragende „brannte“ für Python und war mit Begeisterung und ganzem Herzen beim Vortrag. Die Programmiersprache Python ist eine der vielseitigsten und aktuell sehr nachgefragten Programmiersprachen in der ganzen Welt – warum also war ich nicht begeistert? Der Grund dafür war, dass ich wiederum erkannte, warum das Programmieren, auch in den nächsten 10 Jahren, in den Schulen keine große Rolle spielen wird. Es wurde über Variablen, Schleifen, Tuble und komplexe Programmierstrukturen gesprochen und wie einfach die Sprache zu meistern sei – aber es wurde kein Wort darüber verloren, wie man dies den Schüler_innen näherbringen kann. Es fehlt an einem didaktischen Konzept, an Fallbeispielen die Schüler_innen in ihrer Lebenswelt abholen, an einem pädagogisch durchdachten Vorgehensmodell, flankiert mit Methoden, welche den Schüler_innen die Angst vor der Programmierung (eigentlich die Angst vor dem Versagen – weil ja so komplex und schwierig) nimmt. Die Problematik dabei ist, dass sich primär technikaffine Lehrer_innen für das Thema Programmierung begeistern und somit die „Technik“, oft unbewusst, in den Vordergrund stellen, während jene Lehrer_innen, welche das didaktisch-methodische Konzept für einen sinnvollen Einsatz liefern könnten, dem Programmieren oft kritisch mitunter sogar ablehnend und feindlich gegenüberstehen.

Zusammenfassung

Ich habe hier bewusst ein wenig Schwarz-Weiß-Malerei betrieben um das Dilemma, in das sich das Thema Robotik und Programmierung an den Schulen befindet, überspitzt darzustellen. Leider bestätigte sich dieses Vorurteil in mehreren Gesprächen, die ich bei den EDU|days 2018 mit mehreren Vortragenden geführt habe. Solange Technikliebhaber primär die technischen Aspekte der Robotik und Programmierung in den Vordergrund stellen und somit eine Wand der Ablehnung für Nichttechnikbegeisterte aufbauen, wird die Programmierung und Robotik keinen Einzug in die Schulen finden.

Weiterführende/Interessante Links

Programmiersprache Python HP

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