Let’s get it started

Angekommen und registriert geht es auch schon los mit den edudays 2018. Nachdem alle Direktoren und Co begrüßt wurden, durfte Ingrid Brodnig die erste Keynote halten.

Jede und jeder der Frau Brodnig kennt und schon einmal erlebt hat, weiß, dass sie eine äußerst engagierte Journalistin und Autorin ist. So setzt sie sich gegen Falschmeldungen, Hasspostings oder auch Manipulation im Netz ein. Broding hat diesbezüglich zwei Bücher veröffentlicht, wofür sie unter anderem auch mit dem Bruno-Kreisky-Sonderpreis ausgezeichnet wurde.

Ingrid Brodnig. Foto der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich. 

So erwarteten wir also schon sehr gespannt ihren Vortrag mit dem Titel „Die moderne Manipulation – mit welchen Tricks Fälscher/innen im Netz arbeiten, die öffentliche Debatte beeinflussen und wie man sie aufspüren kann“.

Dass der Wahlkampf in Amerika durch Falschmeldungen manipuliert wurde, bestreitet heutzutage wohl keiner mehr (außer vielleicht Trump selbst). Daten und Fakten dazu brachte uns Frau Brodnig. So bewies eine Studie (deren Name ich leider vergessen habe, aber vielleicht weiß die jemand von euch Leser/innen? Bitte kommentieren!), dass quasi jeder vierte Amerikaner während der Wahl von Fake-News betroffen war. Genauer gesagt waren es 27 % der Bevölkerung. Dabei waren Bürger/innen die politisch eher Rechts tendierten häufiger Opfer von den Falschmeldungen. Sie sahen im Schnitt 33 falsche Posts, während andere nur 1 bis 4 Beiträge sahen. Außerdem ist nachweisbar, dass Fans von Donald Trump vermehrt Fake-News zu Gesicht bekamen.
Wichtig ist hier auch die Meinung einer Person: Passt eine Meldung in die politische Einstellung einer Person, so teilt sie diesen Beitrag eher und schenkt diesem mit weitaus größerer Wahrscheinlichkeit Glauben.

Vermutlich denken sich jetzt einige – welche Rolle spielen Soziale Netzwerke bei der Verbreitung von Fake News?

Und wie sich dann wohl auch viele beantworten können – Soziale Netzwerke spielen eine sehr große Rolle, wenn es darum geht, die Falschmeldungen zu verbreiten. Immerhin hat die Studie nachweisen können, dass insbesondere Facebook einen wesentlichen Teil dazu beiträgt.

Besonders Beiträge die mit Emotionen verbunden sind wirken. Brodnig streicht hier die Wut hervor. Sie nennt es „Wut als Klickmotor“. Beiträge die mit Wut kombiniert werden, werden häufiger angeklickt. Die Verbreitung erfolgt über einen Algorithmus, der den Post als relevant markiert und ihn automatisch mehreren Personen zeigt.

Werden Falschmeldungen wiederholt vorgelegt, so fangen die Personen eher an diese zu glauben. Brodnig erzählt hier von einem Gespräch mit einer Dame, die eine (falsche) Meldung anfangs nicht glaubte. Je öfter sie diese jedoch sah, desto eher war sie überzeugt davon, dass sie stimmte. Ingrid Brodnig nennt diesen Effekt den „Wahrheitseffekt“.

Wie können aber Lehrer/innen verhindern, dass Schülerinnen und Schüler auf solche Fake-News hereinfallen? Können sie das überhaupt?

Brodnig schlägt hier vor, anstatt die Falschmeldungen bzw. die Medien die dahinterstecken zu „verteufeln“, sollte man einen bewussten Umgang damit schaffen. Aufmerksamkeit lautet die Devise. Die Lernenden auf einen kritischen Umgang mit den Plattformen zu sensibilisieren.  Beiträge, besonders jene die Diskussionsgrundlage schaffen, sollten außerdem gelesen werden – und zwar ganz. Nicht nur die Schlagzeile, auch den Artikel. Brodnig macht hier aufmerksam, dass man oft über etwas spricht, wobei man nur den Titel gelesen hat, aber eigentlich keinen Inhalt dazu kennt. Dies geschieht auch oft auf sozialen Netzwerken. Die Beiträge werden geteilt und geshared, aber was drinnen steht interessiert nicht, solange die Schlagzeile funktioniert.

Immerhin sind Jugendliche bezüglich Fake-News misstrauischer als ältere Personen. Das liegt daran, dass die Digital Natives damit aufwachsen und sich diesem Risiko bewusst sind.

Kurz geht die Vortragende noch auch das aktuelle Thema Cambridge Analytica und Facebook ein. So griffen die Apps, die auf Facebook populär sind (Farmville, Horoskope,…) nicht nur auf die Daten jener zu, die diese Spiele verwendeten, auch auf die Daten derer Freunde. Außerdem wurden diese Daten für politische Zwecke genutzt – ein Regelbruch.
Hier wird von zielgerichteter Werbung gesprochen: Ein AFD-Fan bekam eine andere Werbung, als ein Nicht-AFD-Fan. Als Beispiel wird hier die Wahlwerbung von Jens Span genannt.
Facebook wusste von all diesen Dingen, wollte aber jede Aufklärung diesbezüglich verhindern.

Brodnig gibt zum Schluss noch drei Tipps, was man gegen Falschmeldungen tun kann:

  • den Gefühlen,
  • der Optik,
  • den Bildern

misstrauen. Leider ist die Zeit schon um. Zu schnell. Aber es geht mit den nächsten Vorträgen weiter. Der Erste war schon super.

Wie kann ich das Gelernte in den Unterricht einbauen?

Falschmeldungen sind sehr wichtig für den OMAI-Unterricht. Besonders, da sich die Schülerinnen und Schüler viel auf Online Plattformen aufhalten, sollte man sie auf dieses Thema sensibilisieren. Ich kann mir vorstellen dieses Thema bei den Sozialen Netzwerken einzubauen. Außerdem denke ich, dass auch bei Bildmanipulationen Falschmeldungen passen, die die Schülerinnen und Schüler beeinflussen können.

Einen tollen Leitfaden zur Entlarvung gibt es beispielsweise hier.

Auch auf Fokus Online gibt es einen tollen Artikel mit vielen Tipps.

Hier gibt es auch schon das Thema Fake News für die Schule aufbereitet.

Fake News können auch auf spielerische Weise näher gebracht werden – Safer Internet bietet dafür ein Bingo.

Weitere Links:

Studie zu Fake News

Vorträge von Ingrid Brodnig

Buch: Lügen im Netz

 

 

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