Coding mit dem Calliope Mini

Diesen Vortrag von Maria Grandl habe ich spontan entschieden zu besuchen. Ich war die Einzige aus meiner Gruppe und musste feststellen, dass der Seminarraum zu 90 % aus männlichen Besuchern bestand. Der Raum war auch schon sehr voll, weshalb ich mich in die erste Reihe setzte, was sich aber schnell als Glücksgriff herausstellte, da dort der Calliope Mini ausgeteilt wurde und Unterrichtsmaterialien zum Ausprobieren bereit lagen.

Aber was ist ein Calliope?

Ein Calliope ist eine sternförmige Platine mit einem Mikroprozessor, einem Lautsprecher sowie einem Mikrofon. In der Mitte befinden sich 25 LED Lampen, ein RGB LED und ein Lichtsensor, welche verschieden programmiert werden können. Zudem hat der Calliope Bluetooth integriert und bietet drei verschiedene Schalter (Knopf A, Knopf B, Restknopf). Der Calliope verfügt zusätzlich über einen Lagesensor und einen Temperatursensor.

Wie kann ein Calliope programmiert werden?

Mit Hilfe des Calliope Mini Editors, PXT Microsoft oder Open Roberta Lab werden die Funktionen, welche der Calliope haben soll, programmiert und können im Anschluss auf den Calliope mit einem USB-Kabel übertragen werden. Auf jedem Calliope ist nur ein Programm installierbar und es ist dort so lange gespeichert bis ein Neues auf den Calliope übertragen wird.

Im Rahmen des Vortrags wurde Open Roberta Lap vorgestellt, wo auch ein Simulator zur Verfügung gestellt wird, damit es nicht immer auf den Calliope übertragen werden muss, um eine Programmierung auszuprobieren.

Womit kann der Calliope verglichen werden?

BBC Microbit:
Der Calliope ist sehr ähnlich dem BBC Microbit. Im Rahmen des Vortrags und in den Gesprächen mit den Teilnehmer_innen stellte sich heraus, dass es für den Microbit mehr Erweiterungen gibt und er hauptsächlich im englischsprachigen Raum eingesetzt wird, aber der Calliope hingegen vorrangig im Deutschensprachraum verwendet wird.

Rasperry Pi:
Im Rahmen des Vortrags wurde der Calliope auch immer wieder mit Rasperry Pi verglichen. Der Vorteil von Rasperry Pi ist, dass man dabei für die Programmierung keinen externen PC benötigt.

Wie wird der Calliope im Unterricht eingesetzt?

Der Calliope soll für die digitale Grundbildung der Sekundarstufe 1 eingesetzt werden. Im Vortrag wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass die Unterrichtsmaterialien OER sind. Derzeit ist der Calliope noch ein Pilotprojekt an den Schulen. Die Anschaffung eines Calliopes ist auch realtiv teuer. Ein Calliope kostet rund 35 €, wohingegen ein BBC Microbit nur ca. 25 € kostet.

Materialien für den Unterricht findet man beispielsweise direkt bei der Website von Calliope.

Unterrichtsbeispiele:

Alle nachstehenden Unterrichtsbeispiele mit den Arbeitsblättern findet man auf der Website der TU Graz.

Buchstabenmix:
Der Calliope wird im Informatikunterricht so programmiert, dass immer ein Buchstabe nach Zufallsprinzip angezeigt wird. Im Anschluss müssen verschiedene Aufgaben aufgrund des Buchstabens erledigt werden. Schau dafür den zuvor dargestellten Link etwas näher an.

Heißer Draht:
Der Calliope kann auch für das bekannte Beispiel „Heißer Draht“ eingesetzt werden.

Pflanzenbewässerung:
Ein aufwändigeres Projekt ist eine Pflanzenbewässerung mit Hilfe eines Calliopes zu programmieren.

Metronom:
Der Calliope kann auch als Metronom für den Musikunterunterricht programmiert werden, wo in regelmäßigen Abständen ein Geräusch zu hören ist, wo die Pausen dazwischen individuell angepasst werden können.

Abschließend, glaube ich, ist der Calliope eine einfache Möglichkeit den Kindern die Welt des Programmierens etwas näher zu bringen. Diese kleinen Unterrichtsbeispiele motivieren die Lernenden und zeigen, dass der Calliope in den verschiedensten Fächern einsetzbar ist. Kritisch ist natürlich, dass der Calliope noch relativ teuer ist. Jedoch machte dabei die Vortragende Hoffnung, dass bei steigendem Interesse der Calliope auch preiswerter werden wird. Des Weiteren stellt sich die Frage, ab wann die Schüler_innen in die Programmierwelt eingeführt werden sollen.

Die gesamte Präsentation der EduDays zum Calliope von Maria Grandl ist hier verlinkt.

Seitenblick: Calliope ist eine der neun Töchter von Zeus. Sie ist die Muse der epischen Dichtung und der Wissenschaft. Daher hat der Calliope auch seinen Namen.

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